Wer wird SG-Bürgermeister?

Vier Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters der Samtgemeinde Elbtalaue (im Uhrzeigersinn): Norbert Schwidder (SPD), Eike Weiss (Grüne), Daniel Schütz (parteilos), Kurt Behning (CDU)
Vier Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters der Samtgemeinde Elbtalaue (im Uhrzeigersinn): Norbert Schwidder (SPD), Eike Weiss (Grüne), Daniel Schütz (parteilos), Kurt Behning (CDU)

Vier Kandidaten im Rennen um den Posten des Samtgemeindebürgermeisters

|  Lesedauer

3–4 Minuten
  • Vier Kandidaten auf das Amt des Samtgemeindebürgermeisters
  • Davon ein parteiloser Kandidat
  • Bürger wählen Verwaltungschef direkt

Der langjährige Samtgemeindebürgermeister der Elbtalaue, Jürgen Meyer (parteilos), wird sich bei der Kommunalwahl am 13. September nicht erneut zur Wahl stellen. Um seine Nachfolge bewerben sich vier Kandidaten:

Kurt Behning (CDU)

„Ich möchte gestalten, die Region, die mir am Herzen liegt, unsere Elbtalaue“, sagt Kurt Behning von der CDU. „Eine funktionierende Verwaltung ist einer der entscheidenden Schlüssel, um die Herausforderungen der kommenden Jahre zu bewältigen.“ Auch wenn Behning die Samtgemeinde Elbtalaue schon als sehr gut entwickelt empfindet, sieht er doch auch Verbesserungspotenzial: So müsse die Verwaltung für Einwohner und Unternehmen noch dienstleistungsorientierter werden. Insbesondere müsse das Hitzackeraner Bürgerbüro unbedingt erhalten und Grundschulen, Feuerwehren und Bäder weiter gestärkt werden. Wünsche und Forderungen also, denen auch andere Parteien sich wohl anschließen könnten – wenn sie solide finanziert sind. Über Kosten und Realisierbarkeit sagt Kurt Behnung bisher allerdings nichts.

Daniel Schütz (parteilos)

Der Einzelbewerber Daniel Schütz fokussiert vor allem auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen in der Elbtalaue. In einem Statement anlässlich der Bekanntgabe seiner Kandidatur sagte Schütz Anfang des Jahres, er wolle die „Samtgemeinde Elbtalaue retten“ und für mehr Zufriedenheit in der Bevölkerung sorgen. Private Investoren sollten nach Schütz‘ Vorstellung ermöglichen, dass Ärzte, Gastronomen und Arbeitsplätze künftig wieder am Wohnort zu finden sind. Trotz der damaligen Ankündigung, diese Investoren „bald“ zu benennen, hat Schütz bis jetzt keine konkreten Angaben gemacht.
In einer früheren Version dieses Artikels war gemeldet worden, Daniel Schütz werde von der AfD unterstützt. Die Partei hat dem nun widersprochen. Man stehe nicht in Kontakt miteinander, habe aber den eigenen Mitgliedern empfohlen, Schütz zu wählen. Schütz selbst betonte gegenüber der Elbe-Jeetzel-Zeitung, keinen Kontakt zur AfD zu haben und auch über eine Wahlempfehlung nicht informiert worden zu sein. Gegenüber der Zeitung sagte Schütz: „Ich habe auch zahlreiche Kontakte zu Migranten, auch beruflich bedingt, mein Ziel ist es Lösungen zu finden und für Menschen – egal welcher Herkunft einzustehen. Daraus sind auch persönliche Kontakte und Verbindungen entstanden. Ich stehe zu einer vielfältigen, bunten, demokratischen Gesellschaft.“

Norbert Schwidder (SPD)

Mit Erfahrungen in der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, in Sozialverbänden und Gewerkschaften ist Norbert Schwidder ein SPD-Mann durch und durch. Wichtig ist ihm vor allem der Erhalt aller Grundschulen in der Samtgemeinde Elbtalaue. Ein großes Anliegen ist Schwidder zudem, Barrieren abzubauen in der Kooperation der Samtgemeinde mit ihren einzelnen Gliedgemeinden, aber auch der Kommunen untereinander. Insbesondere ein flüssiges Zusammenwirken von Verwaltung (häufig auf Ebene der Samtgemeinde) und der Politik (in Samtgemeinde und Kommunen) liegt Schwidder am Herzen. Verwaltungsangestellte sollten mehr in die politische Arbeit einbezogen werden, findet er. Damit spricht Norbert Schwidder vielen Gemeinde-Bürgermeistern aus der Seele, schließlich ist Schwergängigkeit zwischen Kommunen und der Samtgemeindeverwaltung ein stetiges Ärgernis bei Kommunalpolitikern und Bürgern.

Eike Weiss (Grüne)

„Mehr Bürgernähe“ in der Verwaltung hat sich Eike Weiss als Kandidat der Grünen auf die Fahnen geschrieben. So soll durch Beteiligungsmöglichkeiten und eine transparente Verwaltung die Demokratie in der Elbtalaue gestärkt werden. Damit geht Weiss‘ Ansatz weit über die Programme der drei anderen Bewerber hinaus. Für den Grünen steht nicht die reine Verwaltungsarbeit im Fokus, sondern vor allem die Zukunftsfähigkeit der Samtgemeinde durch Mitwirkung und Gestaltungsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger. Das könnte den Bewohnern der Samtgemeinde einiges abverlangen – und doch auch ein probates Mittel gegen Politikverdrossenheit sein.

Anders als ehrenamtliche Bürgermeister und Veraltungsdirektoren der Kommunen, die vom jeweiligen Gemeinderat bestimmt werden, werden Samtgemeindebürgermeister in Niedersachsen als hauptamtliche Leiter der Verwaltungen nach den Grundsätzen der Mehrheitswahl für eine Amtszeit von acht Jahren von den Bürgerinnen und Bürgern direkt gewählt. Um die Wahl zu gewinnen, benötigt ein Kandidat die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Erreicht er oder sie diese Mehrheit im ersten Wahlgang nicht, kommt es zwei Wochen später zu einer Stichwahl zwischen den beiden Personen mit den meisten Stimmen.

Text: Andreas Conradt
Fotos: Dennis Wiliamson, privat (3)
Quelle: eigene Recherchen, EJZ

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