Neue Wählerliste stellt ihr Wahlprogramm vor
| Lesedauer

- Neue Wählerliste stellt ihr Programm vor
- Akzente vor allem im Sozialen
- Gemeindedirektor soll zurück in die Gemeinde
Bei einer Informations-Veranstaltung im Neu Darchauer Kaffee-Eck haben zwei der etwa zehn Mitglieder, Gaby Mischke und Kai Habenicht, am Mittwochabend das Programm ihrer neuen Wählerliste für die Kommunalwahl im September vorgestellt.
Pikantes Detail gleich zu Beginn: Nach Intervention durch die Bundes-SPD darf die Wählerliste die Bezeichnung „Soziale Demokratische Liste“ (SDL) künftig nicht mehr verwenden. Ein neuer Name soll bei der Versammlung zur Listenaufstellung in rund zwei Wochen bekanntgegeben werden.
Viele bekannte Positionen
Was dann vorgetragen wurde, dürfte einigen der acht Zuhörer wie ein Referat des Status Quo geklungen haben:
Denn ähnlich wie andere Parteien, will auch die Wählerliste gegen den Bau einer Elbbrücke und insbesondere die Zufahrt durch Katemin kämpfen. Sie begrüßt zudem das kürzlich vorgestellte Fährkonzept und die Anschaffung einer Niedrigwasserfähre. Darüber hinaus sollen Mittel aus dem Dorfentwicklungs-Programm für die Sanierung gemeindeeigener Gebäude eingesetzt werden. Wichtig finden Mischke und Habenicht zudem einen vollständigen Hochwasserschutz, auch wenn er unübersehbare Änderungen des Ortsbilds mit sich bringen werde. Begrüßt wird außerdem der geplante Neubau eines Sanitärgebäudes im Bereich des Hafens. Apropos: Auch der bislang defizitäre Sportboothafen soll künftig rentabel betrieben werden, beispielsweise durch eine gerechtere Verteilung der Nebenkosten. „So soll der Yachthafen zukunftssicher werden. Er ist schließlich Teil der hiesigen Kultur“, resümierte Kai Habenicht.
Alle bis hierhin genannten Positionen sind im aktuellen Gemeinderat bereits besetzt, vielfach auch parteiübergreifend Konsens.
Zurücknehmen wollen Mischke und Habenicht allerdings die vor rund einem Jahr erfolgte Übertragung der Position des Verwaltungschefs an die Samtgemeinde Elbtalaue: „Wir wollen erreichen, dass Bürgermeister und Gemeindedirektor künftig wieder ein und dieselbe Person sind“, so Gaby Mischke. „Alle früheren Bürgermeister haben das ja auch geschafft und dabei ganz viel auf den Weg gebracht.“
Neue Akzente im Sozialen
Neue Akzente setzen will die Wählerliste vor allem im Sozialen: So sollen Freiflächen und Räumlichkeiten für Jugendliche geschaffen und zusätzliche Spielplätze auch in den kleineren Dörfern der Gemeinde gebaut werden. Auch ein gemeindeweit flächendeckendes W-LAN-Netz soll hergestellt und zum Beispiel eine „Dorfhelferin“ eingesetzt werden. Kai Habenicht: „Das sind jetzt nicht die Mega-Punkte, aber die Soft-Skills, die unsere Gemeinde zusammenhalten.“
Die Notwendigkeit des Zusammenhalts betonten beide Kandidaten immer wieder: Wichtig sei, so Mischke und Habenicht, die Stärkung der Dorfgemeinschaft und das Zusammenführen von Traditionellem und Neuem. Welchen Beitrag eine Wählerliste dazu leisten könnte, blieb am Mittwochabend zunächst unklar.
Mindestens einem der Zuhörer klang das Programm sehr vertraut nach „alter Tante SPD“. Warum, so fragte er, der Austritt aus der SPD mit ihrem sehr ähnlichen Wahlprogramm und die Gründung einer neuen Liste erforderlich war. Gaby Mischke: „Das hatte interne Gründe. Mehr möchte ich dazu nicht sagen!“
Text: Andreas Conradt
Foto: Andreas Conradt
Quelle: eigene Recherchen
Auch interessant
-
Neue Gemeinde-Mitarbeiterin

Erneut Wechsel beim Personal der Gemeinde Neu Darchau: Eine neue Gemeindemitarbeiterin wird sich künftig um die Pflege von Grünflächen der Gemeinde kümmern.
-
Moby Dick fällt aus

Die Aufführung von „Moby Dick“ am 8. August im Klangschalenpark Neu Darchau fällt aus. Grund ist die umstrittenne Stilllegung eines Reisebusses durch die sachsen-anhaltinische Polizei.
-
Gemeinde-Haushalte klamm

Die Haushalte der Kommunen rutschen immer tiefer ins Minus. Die Gemeinden sind am Limit – oder bereits darüber hinaus. Auch in Neu Darchau wird’s eng.
-
Ölverlust und Niedrigwasser

Neben dem Niedrigwasser verhindert auch ein Ölverlust am Antrieb den regulären Betrieb der Fähre Tanja. Sie müsste eigentlich in die Werft in Lauenburg.